Vorträge zum Myopie-Management
Vorträge und Workshops von Georg Scheuerer, M.Sc. Vision Science, FEAOO, Optik Scheuerer, Taufkirchen/Vils · Präsentationen als PDF in verkleinerter Auflösung
Myopie-Management heißt: Kurzsichtigkeit bei Kindern und Jugendlichen früh erkennen, das Längenwachstum des Auges messen und mit speziellen Brillengläsern, Kontaktlinsen oder Atropin bremsen. Georg Scheuerer gibt sein Wissen dazu seit Jahren an Augenoptiker, Optometristen und Augenärzte weiter, unter anderem für Hoya, Eye Tec, die opti und den COE-Campus. Hier finden Sie die Präsentationen zum Nachlesen. Alle Vorträge sind unabhängig, der Autor hat keine finanziellen Interessen an den genannten Produkten.
Myopie-Kontrolle mit dem REVO OCT
Wer soll auf Myopie-Management angesprochen werden, und wann ist es besonders wichtig? Der Vortrag zeigt, wie die Biometrie mit dem REVO OCT die Augenlänge misst und wie Perzentilenkurven das Risiko eines Kindes sichtbar machen. Faustregel: Ab der 75. Perzentile wird Myopie-Management besonders wichtig. Praxisfälle, darunter eine transiente Myopie, zeigen die Verlaufskontrolle. Dazu ein Überblick über Brillengläser wie MiyoSmart und Zeiss MyoCare, Kontaktlinsen und die Frage, wann eine Behandlung als Erfolg gilt: Ziel ist ein Wachstum wie bei normalsichtigen Augen.
Myopie-Management mit dem REVO-OCT
Wann empfehle ich Myopie-Management, welche Maßnahmen kommen in Frage und wie kontrolliere ich den Erfolg? Der Online-Vortrag ordnet die Fakten des International Myopia Institute (IMI) ein, erklärt die Wirksamkeit bezogen auf die Achslänge (Verlangsamung um rund 50 Prozent) und geht auf die Erfolgskontrolle mit und ohne Atropin ein. Fallbeispiele vom Kind mit massiven Fernproblemen bis zum Erwachsenen mit hoher Myopie in der Familie zeigen, wann engere Kontrollen nötig sind und wann man eine Behandlung beenden kann. Zum Schluss ein Blick auf den hyperopen Defokus und die Zukunft der Myopiekontrolle.
Myopie-Management mit dem MiyoSmart
Seit 2021 gibt es in Deutschland mit MiyoSmart ein Brillenglas, das den hyperopen Defokus gezielt nutzt, ein Prinzip, das in der Kontaktlinse schon länger im Einsatz ist. Der Vortrag zeigt, wie man kurzsichtige Kinder und ihre Eltern anspricht, wie man die Progression erklärt und warum Perzentilen für die Risikoeinschätzung so hilfreich sind. Praxisfälle mit Augenlängenmessung, der Vergleich klinischer Studien zur Myopiekontrolle und die Pediatric Growth Analysis zeigen, wie oft in der Praxis ein Wachstum wie bei Normalsichtigen erreicht wird. Dazu: Warum der binokulare Status erfasst werden sollte, und wann Ortho-K-Linsen ihre volle Wirkung entfalten.
Alters- und korrekturspezifisches Myopie-Management
Kompakter Messevortrag: Wer soll angesprochen werden, und wann? Anhand einer transienten Myopie wird gezeigt, warum eine einzelne Refraktion nicht reicht und wie Augenlänge, Hornhautradien, Geschlecht und Ethnie die zu erwartende Refraktion vorhersagen. Das Wachstum pro Jahr im Vergleich zwischen normalsichtigen und behandelten Augen, die Kommunikation des Behandlungsziels gegenüber den Eltern und eine Checkliste, wann Myopiekontrolle besonders wichtig ist: Je mehr Häkchen, umso wichtiger sind Maßnahmen.
Binokularsehen im Myopie-Management
Welche Rolle spielen Akkommodation und Vergenz bei der Entstehung und Behandlung der Myopie? Der Vortrag für Augenärzte und Optometristen fasst die Studienlage zusammen: hyperoper Defokus und Progression, erhöhtes AC/A-Verhältnis schon Jahre vor Beginn der Myopie, die Individualisierung der Addition bei Bifokal-Kontaktlinsen über die Nah-Esophorie. Praktisch: Wie misst man den maximalen Akkommodationserfolg, die MEM-Skiaskopie und die Nahphorie, und wann ist eine Bifokalbrille eine Alternative im Myopie-Management?
Evidenzbasierte Kommunikation und Produktauswahl im Myopie-Management
Wie liest man Studien richtig, und wie erklärt man Eltern, was wirklich belegt ist? Der Vortrag erklärt Nachweisstufen, Regression zur Mitte und P-Werte am Beispiel der LAMP-Studie zu niedrig dosiertem Atropin, zeigt wissenschaftliche Datenbanken und die White Papers des International Myopia Institute. Die Interventionsmöglichkeiten im Vergleich: MiyoSmart (rund 52 Prozent bei der Refraktion, 62 Prozent bei der Achslänge), Ortho-K, Atropin mit 30 bis 80 Prozent Verlangsamung und Sehhygiene. Dazu die Grenzen randomisierter Studien gegenüber Daten aus der Praxis, die Kommunikation mit Achslängenmessung und Perzentilen, drei Fallbeispiele und Take-Home-Messages.
Binokularsehen und Sehhygiene im Myopie-Management
Warum sollte bei myopen Kindern immer der binokulare Status erfasst werden? Der ausführliche Workshop zeigt, was der „Lag of Accommodation“ bedeutet und warum er einem hyperopen Defokus entspricht, wie man ihn mit der MEM-Skiaskopie misst (mit Video) und welche weiteren Tests schnell Klarheit bringen: Binokularabgleich mit dissoziiertem Prisma, maximaler Akkommodationserfolg, Flipper-Test, Cover-Test in Ferne und Nähe, dissoziierte und assoziierte Heterophorie. Zum Schluss die Frage, ob Gleitsicht- oder Bifokalgläser mit Nahzusatz die Myopie bremsen, wie hoch die Addition sein sollte und wie zentriert wird.
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