MiYOSMART von Hoya
Brillenglas zur Myopiekontrolle von Hoya · Anpassung und Verlaufskontrolle bei Optik Scheuerer, Taufkirchen/Vils, Landkreis Erding
Schema: Klarzone in der Mitte, rundherum rund 400 kleine Segmente mit myopem Defokus
Was ist MiYOSMART?
Ein Brillenglas, das Kurzsichtigkeit bremst
MiYOSMART (oft MiyoSmart geschrieben) ist ein Brillenglas von Hoya für kurzsichtige Kinder und Jugendliche. Es sieht aus wie ein normales Einstärkenglas und korrigiert die Fernsicht genauso scharf. Der Unterschied steckt in der D.I.M.S.-Technologie (Defocus Incorporated Multiple Segments): Rund um eine klare Mitte sitzen etwa 400 winzige Segmente, die das Licht vor der Netzhaut bündeln (myoper Defokus). Dieses Signal bremst das Längenwachstum des Auges, und genau das Wachstum macht ein Auge kurzsichtiger. Entwickelt wurde das Glas mit der Hong Kong Polytechnic University, in Deutschland gibt es es seit 2021.
So läuft die Anpassung bei uns ab
- RisikoanalyseAugenlänge mit dem Biometer (REVO OCT), Refraktion, Hornhaut und Binokularstatus. Daraus sehen wir, wie dringend Myopiekontrolle ist.
- BeratungOb MiYOSMART, MiYOSMART iQ, Kontaktlinsen oder Atropin passen, hängt von Alter, Werten und Alltag ab. Auch das Sehverhalten gehört dazu.
- AnpassungDie Gläser werden exakt zentriert, das ist bei MiYOSMART wichtiger als bei normalen Gläsern. Dazu eine kindgerechte Fassung, die gut sitzt.
- KontrolleNach etwa sechs Monaten messen wir die Augenlänge erneut. So sehen Sie schwarz auf weiß, ob das Glas wirkt.
Zweite Generation
MiYOSMART iQ
Beim neuen MiYOSMART iQ sitzen die Defokus-Segmente näher an der Mitte, haben eine höhere Defokus-Wirkung, und die Behandlungszone ist größer, auch bei größeren Fassungen. In der ersten Studie zeigte sich damit im Durchschnitt über zwölf Monate gar kein Fortschreiten der Kurzsichtigkeit mehr. Langzeitdaten gibt es noch nicht; für das bewährte MiYOSMART liegen sie über sechs Jahre vor. Wir beraten Sie, welches Glas für Ihr Kind sinnvoll ist.
MiYOSMART bei Optik Scheuerer in Taufkirchen an der Vils
Wir passen MiYOSMART-Gläser seit der Einführung in Deutschland an. Viele Familien kommen dafür überregional zu uns, weil wir die Myopiekontrolle nicht nur verkaufen, sondern messen: Georg Scheuerer, M.Sc. Vision Science, hält selbst Vorträge zum Myopie-Management, unter anderem für Hoya, und bestimmt die Augenlänge mit dem optischen Biometer REVO OCT. So sehen Sie bei jeder Kontrolle schwarz auf weiß, ob das Glas bei Ihrem Kind wirkt.
Häufige Fragen zu MiYOSMART
Für welche Kinder ist MiYOSMART geeignet?
Für kurzsichtige Kinder und Jugendliche, deren Kurzsichtigkeit zunimmt, in der Regel ab etwa 6 Jahren bis zum Ende des Wachstums. Je früher die Kurzsichtigkeit beginnt und je schneller sie zunimmt, desto wichtiger ist die Myopiekontrolle. Ob es passt, klären wir in der Risikoanalyse.
Sieht mein Kind mit MiYOSMART genauso scharf wie mit einer normalen Brille?
Ja. Die klare Mitte des Glases korrigiert die Fernsicht wie ein Einstärkenglas. Die kleinen Segmente drumherum nehmen Kinder nach kurzer Eingewöhnung nicht mehr wahr. Die Gläser werden ganztags getragen, auch beim Lesen und Spielen.
Wie gut wirkt MiYOSMART?
In der zweijährigen Zulassungsstudie schritt die Kurzsichtigkeit um 52 Prozent langsamer voran, das Augenlängenwachstum war um 62 Prozent geringer als mit normalen Gläsern. Nachbeobachtungen über drei und sechs Jahre zeigen, dass die Wirkung anhält und nach dem Absetzen kein Nachholeffekt auftritt. Das neue MiYOSMART iQ zeigte in der ersten Studie im Mittel gar kein Fortschreiten über zwölf Monate.
Wie lange muss das Glas getragen werden?
So lange das Auge wächst, meist bis etwa zum 16. bis 18. Lebensjahr. Wir kontrollieren die Augenlänge regelmäßig und entscheiden gemeinsam, wann die Myopiekontrolle beendet werden kann.
Was ist mit Kontaktlinsen oder Atropin?
Auch spezielle Kontaktlinsen (Mehrstärkenlinsen, Ortho-K-Nachtlinsen) und niedrig dosiertes Atropin bremsen die Kurzsichtigkeit. Atropin verordnet der Augenarzt, die Kombination mit MiYOSMART ist möglich. Was zu Ihrem Kind passt, besprechen wir in der Beratung.
Zahlt die Krankenkasse?
Gesetzliche Krankenkassen übernehmen bei Kindern einen Festbetrag für Brillengläser, die Mehrkosten für MiYOSMART tragen in der Regel die Eltern. Einige private Kassen und Zusatzversicherungen beteiligen sich. Sprechen Sie uns an, wir helfen mit den Unterlagen.
Die Studien dazu
- MiYOSMART iQ, 12 Monate, randomisiert (2026): 196 Kinder von 4 bis 12 Jahren in Hongkong, verglichen mit Einstärkenglas und dem bisherigen MiYOSMART. Mit dem iQ-Glas änderte sich die Kurzsichtigkeit im Mittel nicht (+0,05 dpt gegenüber −0,53 dpt mit Einstärkenglas), das Augenlängenwachstum betrug 0,08 statt 0,35 mm. Bei den 7- bis 12-Jährigen war das Längenwachstum um 94 % geringer, bei den 4- bis 6-Jährigen um 44 %. Vorgestellt auf dem ARVO-Kongress 2026 von Hoya und der Hong Kong Polytechnic University; eine Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift steht noch aus, Langzeitdaten gibt es noch nicht. ARVO 2026, Denver · Bericht Optometry Today (AOP) · Bericht Optometry Times
Studien zum MiYOSMART
- 2 Jahre, randomisiert (2020): 183 Kinder von 8 bis 13 Jahren in Hongkong. Mit MiYOSMART schritt die Kurzsichtigkeit um 52 % langsamer voran (−0,41 statt −0,85 dpt), das Augenlängenwachstum war um 62 % geringer (0,21 statt 0,55 mm). Lam CSY et al., British Journal of Ophthalmology 2020; 104: 363–368 · PubMed · Volltext frei
- 3 Jahre (2022): Die Wirkung hält im dritten Jahr an. Kinder, die vom Einstärkenglas auf MiYOSMART wechselten, wurden ebenfalls deutlich langsamer kurzsichtig. Lam CS et al., British Journal of Ophthalmology 2022; 106: 1110–1114 · PubMed
- 6 Jahre (2023): Anhaltende Wirkung über sechs Jahre, kein Nachholeffekt (Rebound) nach dem Absetzen, keine Nebenwirkungen beim Sehen. Kleine Gruppen, daher mit Vorsicht zu lesen. Lam CSY et al., Scientific Reports 2023; 13: 5475 · PubMed · Volltext frei
- Europäische Kinder (2023): 146 Kinder und Jugendliche von 6 bis 18 Jahren. MiYOSMART, Atropin 0,01 % und die Kombination bremsten die Kurzsichtigkeit jeweils gegenüber dem Einstärkenglas, die Kombination am stärksten. Nicht randomisiert, die Familien wählten die Behandlung selbst. Nucci P et al., PLoS One 2023; 18(2): e0281816 · Volltext frei
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